Du planst einen Tauchurlaub auf Teneriffa und bist auf den Namen Yellow Mountain gestoßen? Dann fragst du dich wahrscheinlich, was diesen Tauchplatz von anderen Plätzen im Süden der Insel unterscheidet. Erwartet dich vielleicht ein einfacher Tauchgang über Sand, eine anspruchsvolle Tour durch Felsformationen oder eine Mischung aus beidem?
Die kurze Antwort lautet: Yellow Mountain, auf Spanisch Montaña Amarilla, ist vor allem wegen seiner vulkanischen Unterwasserlandschaft interessant. Heller Sand, dunkles Lavagestein, Felswände, Bögen, kleine Höhlen und schluchtartige Passagen liegen hier vergleichsweise nah beieinander. Wie anspruchsvoll der Tauchgang wird, hängt jedoch von der gewählten Route, der Einstiegsart, der Tiefe und den Bedingungen am jeweiligen Tag ab.
Damit eignet sich Yellow Mountain nicht nur für Taucher, die möglichst viele Tiere sehen möchten. Der Platz spricht besonders diejenigen an, die Unterwasserlandschaften mögen und verstehen möchten, wie stark der vulkanische Ursprung Teneriffas auch unter der Wasseroberfläche sichtbar ist.
Wo liegt Yellow Mountain?
Yellow Mountain liegt an der Südküste Teneriffas bei Costa del Silencio, nicht weit von Las Galletas. Der spanische Name Montaña Amarilla bedeutet wörtlich „Gelber Berg“. Gemeint ist der auffällige gelblich-orangefarbene Vulkankegel direkt an der Küste.
Das Gebiet gehört zum geschützten Monumento Natural de Montaña Amarilla. Nach den offiziellen Schutzbestimmungen handelt es sich um einen seltenen Vulkankegel phreatomagmatischen Ursprungs. Er entstand also durch das Zusammentreffen von Magma und Wasser. Zum geschützten Gebiet gehören außerdem eine freiliegende fossile Düne und basaltische Lavaflächen. Die geologische Formation ist der eigentliche Grund für den Schutzstatus des Naturdenkmals.
Schon an Land sind die vom Meer ausgewaschenen Schichten gut zu erkennen. Unter Wasser setzt sich dieser Eindruck fort. Der Tauchgang führt nicht einfach an einem gleichförmigen Riff entlang, sondern durch eine Landschaft mit deutlichen Übergängen zwischen Sandflächen und vulkanischen Strukturen.
Yellow Mountain auf einen Blick
- Lage: Costa del Silencio im Süden Teneriffas, nahe Las Galletas
- Zugang: vom Land oder mit dem Boot
- Untergrund: Sand, vulkanischer Fels und Lavaformationen
- Typische Landschaft: Felswände, Bögen, Überhänge, kleine Höhlen und schluchtartige Bereiche
- Durchschnittliche Tiefe: ungefähr 15 Meter
- Mögliche Maximaltiefe: je nach Route etwa 25 bis 27 Meter
- Strömung: häufig schwach, aber nicht garantiert
- Geeignet für: brevetierte Taucher verschiedener Erfahrungsstufen, sofern Route und Bedingungen zum Ausbildungsstand passen
- Besonderheit: starke Kontraste zwischen hellem Sand und dunklem Vulkangestein
Das offizielle Tourismusportal der Kanarischen Inseln nennt für die Montaña Amarilla eine durchschnittliche Tiefe von etwa 15 Metern und eine Maximaltiefe von 25 Metern. Die Tauchplatzbeschreibung von Ocean Trek gibt einen möglichen Bereich von 8 bis 27 Metern an. Dieser Unterschied ist kein Widerspruch, sondern zeigt, dass Yellow Mountain verschiedene Routen ermöglicht (Hola Islas Canarias, Ocean Trek).
Was macht die Unterwasserlandschaft besonders?
Viele Tauchplätze werden hauptsächlich über mögliche Tierbeobachtungen beschrieben. Bei Yellow Mountain steht zunächst die Landschaft im Mittelpunkt.
Über dem hellen Sand erheben sich dunkle vulkanische Felsen. Dazwischen findest du Kanten, kleine Terrassen, Überhänge und Durchgänge. Je nach Sonnenstand entstehen deutliche Licht-Schatten-Kontraste. Besonders eindrucksvoll wirken die Stellen, an denen eine Felsformation scheinbar unvermittelt aus einer offenen Sandfläche aufragt.
Für Unterwasserfotografen ist diese Kombination interessant, weil sich Taucher gut vor dem hellen Sand oder zwischen den dunklen Felswänden abbilden lassen. Gleichzeitig verlangt die Umgebung eine saubere Tarierung. Wer zu dicht über dem Grund schwimmt oder sich mit den Flossen abstößt, wirbelt Sand auf. Das verschlechtert nicht nur die Sicht für die Gruppe, sondern stört auch Tiere, die im oder auf dem Sand leben.
Auch die Bögen und kleinen Höhlen sind optisch reizvoll. Sie sollten jedoch nicht automatisch als Einladung verstanden werden, hinein- oder hindurchzutauchen. Ob eine Passage genutzt wird, muss der Guide anhand ihrer Größe, des Wellengangs, der Sicht und der Erfahrung der Gruppe entscheiden. Ein offener Bogen mit gut sichtbarem Ausgang ist etwas anderes als ein enger oder dunkler Bereich mit einer Decke über dem Taucher.
Wie kann ein Tauchgang am Yellow Mountain ablaufen?
Eine einzige verbindliche Standardroute gibt es nicht. Der Tauchplatz kann vom Land oder vom Boot aus erreicht werden. Bei einem Landtauchgang erfolgt der Zugang im Küstenbereich. Wir steigen meistens über eine Plattform mit Leiter ein. Die Playa Montaña Amarilla selbst besteht aus Felsen und Geröll wo der Einstieg eher schwieriger ist.
Nach dem Einstieg führt der Weg typischerweise zunächst durch einen flacheren Bereich. Anschließend erkunden wir den Übergang zu den Felsformationen. Abhängig von Luftverbrauch, Ausbildungstand und Bedingungen lässt sich die Route flacher halten oder bis in tiefere Bereiche ausdehnen.
Ein möglicher Tauchgang verbindet offene Sandflächen mit Felswänden und einzelnen Durchgängen. Eine andere Route konzentriert sich stärker auf die flacheren Strukturen. Genau diese Anpassungsmöglichkeit macht Yellow Mountain für unterschiedliche Taucher interessant. Sie bedeutet aber nicht, dass jede Route für jeden Ausbildungsstand geeignet ist.
Bei einer Ausfahrt mit dem Boot entfällt der Landzugang. Das muss nicht unbedingt bequemer sein. Es kommt dabei auf den Wellengang, Strömung und Seefestigkeit der Taucher an.
Welche Tiere kannst du sehen?
In den dunkleren Bereichen der Felsen können sich Muränen und Großaugenbarsche, die auf den Kanaren häufig als Catalufas bezeichnet werden, aufhalten. Über oder im Sand sind unter anderem Sandaale beziehungsweise Gartenaale, Plattfische, und mit etwas Glück auch Rochen, Engelhaie und Schildkröten möglich. Darüber hinaus können typische küstennahe Fischarten Teneriffas zwischen den Felsen oder über dem Sand auftauchen.
Dabei ist eine realistische Erwartung wichtig: Yellow Mountain ist kein Zoo und kein Tier lässt sich zuverlässig bestellen. Gerade Engelhaie verbringen viel Zeit im Sand und sind hervorragend getarnt. Selbst wenn ein Tier in der Umgebung vorkommt, kann es unentdeckt bleiben.
Wer nur nach großen Tieren sucht, übersieht außerdem schnell die kleineren Beobachtungen. In Spalten, unter Überhängen und an den Übergängen zwischen Fels und Sand lohnt sich ein langsamer Blick. Häufig entsteht ein interessanter Tauchgang nicht durch eine einzelne spektakuläre Begegnung, sondern durch die Verbindung aus Gelände, Licht, Fischen und gutem Beobachten.
Falls ein Tier auf dem Sand entdeckt wird, sollte die Gruppe Abstand halten und es nicht einkreisen. Besonders ruhende oder eingegrabene Tiere dürfen weder berührt noch für ein Foto aufgescheucht werden.
Ist Yellow Mountain ein einfacher Tauchplatz?
Montaña Amarilla ist grundsätzlich ein Tauchplatz mit niedrigem bis mittleren Schwierigkeitsgrad. Es kommt dabei auf das Wetter den Einstieg und die unterschiedlichen Routen an. .
Eine flache Tour bei ruhiger See kann für einen noch nicht sehr erfahrenen brevetierten Taucher gut geeignet sein. Eine tiefere Route mit längerer Schwimmstrecke, Wellengang oder Durchgängen stellt dagegen höhere Anforderungen.
Entscheidend sind deshalb nicht nur die maximale Tiefe und die Anzahl deiner geloggten Tauchgänge. Ebenso wichtig sind:
- deine Tarierung und Flossentechnik
- dein aktueller Ausbildungsstand
- die Zeit seit deinem letzten Tauchgang
- deine Sicherheit beim Einstieg
- dein Luftverbrauch
- dein Wohlbefinden in der Nähe von Felswänden und Überhänge
- die tatsächlichen Bedingungen am Tauchtag.
Wenn dein letzter Tauchgang länger zurückliegt oder du dich bei einem Punkt unsicher fühlst, solltest du das vor der Planung offen ansprechen. Dann kann eine flachere Route, ein anderer Tauchplatz oder eine passende Auffrischung sinnvoller sein.
Welche Ausrüstung und Vorbereitung sind sinnvoll?
Neben der normalen, vollständig geprüften Tauchausrüstung kann eine Lampe hilfreich sein, um in dunklere Spalten und unter Überhänge zu schauen. Sie ist jedoch kein Grund, ohne passende Ausbildung tiefer in eine Höhle oder einen nicht frei überschaubaren Bereich vorzudringen.
Achte außerdem auf einen ausreichenden Wärmeschutz. Die notwendige Anzugstärke hängt nicht nur von der Jahreszeit ab. Persönliches Kälteempfinden, Dauer und Tiefe des Tauchgangs spielen ebenfalls eine Rolle. Wer friert, verbraucht häufig mehr Luft und genießt den Tauchgang weniger.
Vor dem Einstieg machen wir immer noch ein Briefing wobei wir folgende Punkte besprechen:
- geplante Route und vorgesehene Maximaltiefe
- Ein- und Ausstieg
- erwartete Strömung und Wellengang
- Verfahren bei Partnerverlust
- Umkehrdruck beziehungsweise vereinbarte Luftreserve
- mögliche Engstellen oder Durchgänge
- Verhalten bei Bootsverkehr
- Alternative, falls sich die Bedingungen verschlechtern.
Nenne der Tauchschule deinen Ausbildungsstand und deine Taucherfahrung möglichst konkret. „Ich bin Open Water Diver“ sagt noch nicht, ob du regelmäßig tauchst, sicher tariert bist oder seit mehreren Jahren nicht mehr im Wasser warst.
Landtauchgang oder Bootstauchgang?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.
Beim Landtauchgang kannst du den Platz direkt von der Küste aus erreichen. Dafür musst du deine Ausrüstung bis zum Einstieg tragen und mit einem steinigen Untergrund sowie möglicherweise rutschigen Stellen zurechtkommen. Ein ruhiger Einstieg am Vormittag garantiert außerdem nicht, dass der Ausstieg später genauso einfach sein wird.
Der Bootstauchgang erspart den Weg über das Ufer und ermöglicht einen direkteren Zugang zu bestimmten Bereichen. Dafür kommen die typischen Anforderungen einer Bootsausfahrt hinzu, etwa ein negativer oder positiver Einstieg, das Einhalten der Bootsabläufe und gegebenenfalls ein Ausstieg über eine Leiter.
Welche Variante besser ist, hängt daher nicht nur vom Komfort ab. Sie richtet sich nach Wetter und Meer, der geplanten Route, dem Bootsbetrieb sowie der Zusammensetzung der Gruppe. Die Entscheidung sollte kurzfristig auf Grundlage der tatsächlichen Bedingungen getroffen werden.
Rücksicht auf das geschützte Gebiet
Die Montaña Amarilla ist nicht bloß eine Kulisse für Urlaubsfotos, sondern ein geschütztes Naturdenkmal. An Land sollten die vorhandenen Wege genutzt und die empfindlichen geologischen Strukturen nicht betreten, beschädigt oder als Souvenir mitgenommen werden.
Unter Wasser gelten dieselben Grundgedanken: nichts anfassen, nichts füttern, nichts verfolgen und keinen Müll zurücklassen. Eine gute Tarierung schützt den Grund und verhindert Kontakt mit Felsen oder dort lebenden Organismen. Auch eine Lampe sollte gezielt eingesetzt werden, ohne Tiere dauerhaft anzuleuchten.
Gerade weil Yellow Mountain vom Land aus zugänglich erscheint, sollte der Platz nicht unterschätzt oder wie ein beliebiger Badestrand behandelt werden. Eigenständige Tauchgänge setzen Ortskenntnis, eine passende Qualifikation, einen verlässlichen Tauchpartner und eine sorgfältige Prüfung der aktuellen Bedingungen voraus.
Für wen lohnt sich Yellow Mountain?
Yellow Mountain passt besonders gut zu dir, wenn du:
- vulkanische Unterwasserlandschaften interessant findest
- gern zwischen Sandflächen und Felsformationen tauchst
- Wert auf Lichtstimmungen und abwechslungsreiche Strukturen legst
- einen Tauchgang suchst, dessen Route an verschiedene Tiefen angepasst werden kann
- nicht erwartest, dass bestimmte Tiere garantiert erscheinen.
Weniger passend ist der Platz, wenn du ausschließlich ein Wrack sehen möchtest, eine bestimmte Großtierbegegnung erwartest oder ohne Rücksicht auf die Bedingungen unbedingt durch Höhlen und Bögen tauchen willst.
Auch für Anfänger mit Brevet kann Yellow Mountain infrage kommen, sofern die flachere Route gewählt wird, die Bedingungen stimmen und eine passende Betreuung vorhanden ist. Für erfahrene Taucher bleibt der Platz durch die verschiedenen Strukturen und mögliche tiefere Verläufe interessant.